Norma

Oper von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Eine Spitzenpolitikerin zeigt sich selbst wegen Landesverrats in Tateinheit mit Ehebruch an und verbrennt sich danach öffentlich. Diese Geschichte wäre selbst uns heute eine Spur zu gewagt. Da verwundert es nicht, dass Vincenzo Bellini und Felice Romani 1831 in Mailand auch keine Gegenwartsgeschichte in ihrer Oper „Norma" zeigten.

Selbst Giuseppe Verdi musste seine „La Traviata" 20 Jahre später bei ihrer Uraufführung noch im frühen Rokoko spielen lassen, damit sich das Publikum, vor allem aber die allgegenwärtige Zensurbehörde sagen konnte: „ Ja, die verrückten Vorfahren, das kann uns ja nicht passieren." Da sich Oper aber durch Ohr und Herz in unseren Verstand einschleicht, kommt die Erkenntnis etwas später, dafür umso kräftiger: Denn es hat sehr wohl etwas mit uns zu tun, was da als tragische Liebesgeschichte zur Zeit der römischen Besetzung Galliens erzählt wird.

Das Verhalten der Druidin Norma hat nämlich etwas mit dem zeitlosen Gefühl für Gerechtigkeit und dem Schmerz zu tun, den wir spüren, wenn wir aneinander vorbeilieben und doch loyal bleiben möchten. Bellini und Romani verpacken diese psychologische Studie meisterhaft. Die berühmte Arie „Casta Diva" (Keusche Göttin) gerät dabei zur bewegenden Innenschau Normas, die sich Frieden und Harmonie wünscht, wo Krieg und Zerwürfnis herrschen. Norma ist als Druidin ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft. Sie ist eine Priesterin und Ratgeberin – und gerade sie ist so ratlos, dass sie nur den Tod als Ausweg erkennt.

Musikalische Leitung Roland Kluttig
Inszenierung Konstanze Lauterbach
Bühnenbild Karen Simon
Kostüme Konstanze Lauterbach
Dramaturgie Renate Liedtke

Pollione, der römische Prokonsul in Gallien Milen Bozhkov/José Manuel*
Oroveso, Oberhaupt der Druiden Michael Lion/Felix Rathgeber*
Norma, Druidin und Orovesos Tochter Celeste Siciliano
Adalgisa, Novizin im Tempel der Irminsul Ana Cvetkovic-Stojnic/Kora Pavelic*
Clotilde, Normas Vertraute Heidi Peters
Flavio, Freund Polliones David Zimmer

Chor des Landestheaters
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg

*Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge

Pressestimmen

"Im Zentrum des ausdauernden Jubels: die Sopranistin Celeste Siciliano in der Titelpartie. Sie singt die Norma mit lyrischer Intensität und dramatischer Kraft."
Coburger Tageblatt, 21. September 2015

"Am Ende des musikalisch betörenden Opernabends gab es viele Bravorufe für die Solisten, das Orchester und den von Lorenzo Da Rio bestens vorbereiteten Chor."
Neue Presse, 21. September 2015

"Konstanze Lauterbachs Inszenierung besticht durch ihre dezidiert ausgearbeitete Personenführung (...)."
neue musikzeitung, 24. September 2015

"Auch wenn Merzyn noch am Anfang seiner Karriere als Opern-Dirigent steht: sein Coburger 'Norma'-Debüt (...) überzeugt nachhaltig (...)."
Coburger Tageblatt, 28. September 2015