Schuberts "Winterreise"

Eine komponierte Interpretation von Hans Zender nach Franz Schubert

Der Dezember 2007 war der wärmste Dezember seit 1901 in Deutschland. Weiße Weihnachten gab es keine, lediglich die Kanzlerin verabschiedete sich in „schneesichere Gebiete". Für Bäume und Baumpfleger in und um Coburg war es ein besonderer Wintermonat: Das städtische Forstamt erhielt den „Staatspreis für bayerische Waldbesitzer" aufgrund der vorbildlichen Pflege des Baumbestands rund um die Vestestadt.

Ein Baum, genauer der Lindenbaum, ist die prominenteste Pflanze im Liederzyklus „Die Winterreise", die Franz Schubert 1827 nach Texten des schwäbischen Dichters Wilhelm Müller komponierte. Lied Nummer fünf, der „Lindenbaum", wurde in Silchers Fassung „Am Brunnen vor dem Tore" zu einem der beliebtesten Lieder im deutschsprachigen Raum, weil es so schön und so traurig ist. Diese Mischung mögen wir Deutsche angeblich ja besonders.
1993 war es der deutsche Komponist Hans Zender, der die „Winterreise" für Tenorstimme und ein kleines Orchester bearbeitete – so konnten viele der starken Bilder Müllers und Schuberts klanglich noch plastischer hervortreten.

Und weil das Kunstlied derzeit wieder hoch im Kurs steht, wagt sich das Landestheater Coburg an eine szenische Version der „Winterreise". Diese Verbeugung gilt Schubert, Müller und Zender – aber auch allen Lindenbäumen, die sich übrigens wärmer werdenden Wintern ganz gut anpassen können, weil enge Verwandte bis in die Subtropen verbreitet sind.

Musikalische Leitung Roland Kluttig
Inszenierung Bodo Busse
Bühnenbild und Kostüme Karlheinz Beer

Ein Mann David Zimmer
Ein älterer Mann Manfred Völk
Eine ältere Frau Christa Fedder
Ein Anderer Dominik Tippelt

Pressestimmen

"Genau auf diesem schmalen Grat zwischen Realismus und Symbolik bewegt sich Busses Inszenierung, die sich nie in den Vordergrund drängt, sondern suggestive Bilder findet (...)"
Coburger Tageblatt, 18. Januar 2016

"Der wandlungsfähige Tenor von David Zimmer erfüllt letztendlich die szenische „Winterreise" am Coburger Landestheater mit Leben und Seele. Seine sinnlich bis strahlend eingesetzte Stimme gibt dem Abend Glanz."
Neue Presse, 18. Januar 2016