Bash - Stücke der letzten Tage

Schauspiel von Neil LaBute

Immer wieder interessiert uns diese Frage, wenn wir ein Neugeborenes sehen: Was wird einmal aus diesem Menschen? Wird er ein Nobelpreisträger, ein Fußballprofi oder ein Serienkiller? Ups. Verzeihung. Die letzte Variante denken wir natürlich nicht, oder im Geheimen doch? Das ist sicher: Wir fürchten uns vor der dunklen Seite, die Macht über eine gute Seele erlangen kann. Nicht erst seit Goethes „Faust‟ begeistert dieses Thema auf dem Theater. Denn hier kann man es ja mal ausprobieren, was geschieht, wenn ...

Neil LaBute hat 1999 einen mittlerweile modernen Klassiker zum Thema geschrieben. In „Bash‟ erleben wir Menschen, die Ernst gemacht haben oder mit denen Ernst gemacht wurde, aus ganz verschiedenen Gründen. Ein Geschäftsmann beichtet einem Fremden Probleme im Beruf und den plötzlichen Kindstod seiner neu geborenen Tochter. Ein Yuppie-Paar erzählt von einer rauschenden Ballnacht, an deren Rande der junge Mann mit seinen Freunden einen Schwulen umbringt. Eine junge Frau, die mit 14 von ihrem Lehrer verführt, geschwängert und verlassen wurde, erinnert sich an ein letztes Wiedersehen Jahre später.

Der Tod geht um in diesem Stück, und wir schauen leicht gruselnd zu. Nicht, weil es der Sensentyp mit Kapuze wäre, sondern weil er im Alltag neben uns auftaucht, just an der Stelle, wo wir ihn überhaupt nicht erwarten. Es ist alles nur Theater, natürlich. Aber blicken wir zurück auf das Neugeborene: Spannendere und unbequemere Fragen können wir uns kaum stellen.

Inszenierung und Bühnenbild Andreas Nathusius
Kostüme Susanne Weiske
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Junger Mann Thorsten Köhler
John Florian Thunemann
Sue Maja Lehrer
Die Frau Anne Rieckhof

Pressestimmen

"Die drei unabhängigen Szenen von 'Bash – Stücke der letztenTage' sind von existenzieller Wucht, nahe gehend und verstörend (...)"
Coburger Tageblatt, 15. Februar 2016

"Auf der einen Seite fasziniert die Nähe zum Darsteller: man beobachtet jede Regung wie durch ein Brennglas, sitzt so nah am Geschehen, dass man sich nicht entziehen kann."
Neue Presse, 15. Februar 2016