Anlässlich des 200. Geburtstags des Landestheaters Coburg zieht eine übergroße Frauenfigur in die Hofkirche der Ehrenburg ein: Elisabeth kommt! Die Kaiserin von Österreich, die Königin der Zuschreibungen. Bereits zu Lebzeiten mythologisiert, über 100 Jahre tot und dennoch immer wieder neu betrachtet, gewürdigt und interpretiert. In der Hofkirche dreht die Kaiserin den Spieß um und schaut zurück: auf die Zurichtung einer Frau durch die Gesellschaft, auf ihren eigenen Anteil daran und darauf, wie Muster und Strukturen sich bis heute fortschreiben. Sie schlägt die Brücke von der Niederschlagung der ersten Frauenbewegung zwecks Festigung der Monarchie zum patriarchalen Backlash von heute. Sie zeigt auf, wie Geschichte geschrieben wird und von wem. Ein Abend zwischen barocker Kirchenpracht, feministischer Zukunftsschreibung und Orgelmusik.
Sind Frauen die besseren Herrscherinnen? Mit wie viel Perfektionsfanatismus haben wir noch zu kämpfen und wie wird es Elisabeth in weiteren 100 Jahren gehen? In der Coburger Hofkirche wird aus all diesen Fragen ein Aufruf zur Selbstbestimmung.
Antigone Akgün
(Inszenierung)
Marijke Wehrmann
(Kostüme)