In Deutschland werden jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt – doch damit ist jetzt Schluss. Eine radikale Erbschaftsreform soll für echte Umverteilung sorgen: Das Erbe wird per Losverfahren neu verteilt, und die Bürokratie übernimmt – natürlich – das Jobcenter. In einem tristen grauen Beamtenbüro sitzen Armin und Gabor und bearbeiten nun auch die Erbschaftsanträge. Silkes Antrag auf ihr Erbe wurde leider abgelehnt. Ärgerlich, denn ihr Vater war äußerst vermögend. Wenigstens ein Los sollte ihr zustehen, findet Silke und stürmt wutentbrannt ins Jobcenter, wo sie in der Wartehalle Maude trifft. Die wurde beim Pfandflaschensammeln erwischt – und prompt hat Gabor ihr das Pfandgeld von der Grundsicherung abgezogen. Zwei Frauen, zwei völlig unterschiedliche Leben – aber ein gemeinsames Ziel: Sie wollen sich nicht länger von diesem System ausbooten lassen. Kurzerhand greifen sie zur Waffe und stürmen Gabors Büro, um sich ihr „Recht“ mit aller Macht zurückzuholen.
Mit bissigem Humor dekonstruiert Nora Abdel-Maksoud die neoliberale Leistungsgesellschaft und liefert dabei eine irrwitzige, hochaktuelle Abrechnung mit sozialer Ungerechtigkeit und bürokratischem Wahnsinn.
20:00 Uhr
Schauspiel
Eine satirische Komödie – von Nora Abdel-Maksoud
Reithalle
Zur Zeit keine Tickets mehr verfügbar - Restkarten ggfs. an der Abendkasse
Reithalle
(Inszenierung)
(Bühnenbild und Kostüme)
(Dramaturgie)
Neue Presse:
„Irrwitzig, bitterböse, laut und derb und dann wieder kleinlaut und süß.“
„Und so oft gelacht werden darf, so oft bleibt auch das Kichern im Hals stecken.“
„‚Jeeps‘ ist ein absolut sehenswertes und kurzweiliges Stück, das unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt. Das Publikum honorierte die tolle Leistung der Darsteller und des Produktionsteams mit lang anhaltendem Applaus.“
Coburger Tageblatt:
„Intensiv nachvollziehbar und nachfühlbar wird das drohende Zerbrechen der sozialen Grundverfassung unserer Gesellschaft in der Coburger Inszenierung“
„In der einfallsreichen, dabei für den psychischen Zustand der Handelnden sensiblen Regie von Anna Tenti geraten Niklaus Scheibli und David Kösters als (mehr oder weniger) überzeugte Vertreter der angeblich gerechten und unbestechlichen Bürokratie in Konfrontation mit der Not von Maude [Kerstin Hänel] und Silke [Antonia Bockelmann].“
„Die vier spielen sich in dem höhnisch mit viel Rosa ausgestatteten Bühnen-Jobcenter von Pina Starke in ein packendes Quartett.“