Inès, Estelle und Garcin finden sich nach ihrem Tod in einem Raum wieder, der keinen Ausgang kennt – ohne Fenster, ohne Spiegel, ohne Entkommen. Kein Feuer, keine Folterwerkzeuge, und doch ist dieser Ort zweifellos die Hölle. Jede Hoffnung auf Erlösung zerschellt am Blick der anderen. Was wie ein harmloser Raum erscheint, entpuppt sich als Labor der Macht, denn: Die drei Figuren sind Gefangene eines Systems von Bewertung, Unterwerfung und Hierarchie, das längst in ihren Körpern und Gedanken weiterlebt. Jeder Blick wird zur Waffe, jede Geste zur Anklage, jede Erinnerung zum Beweisstück. So werden die drei einander zu ihren eigenen Folterknechten.
Sartres "Geschlossene Gesellschaft" als Grundlage eines politischen Experiments, verdeutlicht heute mehr denn je die Kontrollmechanismen einer patriarchalen Gesellschaft. Was bedeutet Identität in einer Welt, in der wir uns nur im Auge des anderen erkennen können? Welche Freiheit bleibt, wenn das Wahrgenommenwerden zu einer Form der Unterdrückung wird? Verantwortung ist keine moralische Option mehr, sondern ein Akt des Widerstand: gegen das Patriarchat, gegen die Wiederkehr faschistischer Ideologien, gegen die Verweigerung der eigenen Freiheit.
(Inszenierung)
(Bühnenbild und Kostüme)
(Sound)
(Dramaturgie)
Neue Presse:
„Und die drei Akteure holen alles aus sich heraus, was der menschliche Charakter an Abgründen, Schmerzen, Pein und Qualen bietet. Schuldzuweisungen, hasserfüllte Botschaften, eifersüchtige Tiraden gepaart mit Bösartigkeit, Neid, Wut, Selbstbezogenheit und Eitelkeit fliegen nur so durch die Luft, in die Ecken und Seelen hinein, begleitet von einem schier unerträglichen Dauerbrummton […].“
„Entrinnen kann das Publikum in der ausverkauften Reithalle dem Sog der Inszenierung ebenso schwerlich. Dazu tragen nicht nur der Inhalt und die drei fantastischen Schauspieler Martina Dähne, Antonia Bockelmann und Nils Liebscher bei, sondern auch das Raumkonzept.“
Coburger Tageblatt:
„[…] leidenschaftlich packendes, eineinviertelstündiges Schauspieler-Theater, dem ein ordentlicher Schuss Humor die notwendige Lebensermunterung gibt.“
„Tjana Thiessenhusen hält Sartres Gedanken stets in spannender, sinnfälliger Körperlichkeit.“
„Der langjährig- vertraute Landestheater-Schauspieler Nils Liebscher gibt diesem herrischen, um Fassung und Ausweg ringenden Journalisten und Literaten wieder einmal in differenzierter und prägnanter Weise sein menschlich zerrissenes Format. Antonia Bockelmann als Estelle und Martina Dähne als Inés spielen sich mit ihm packend in ein infernalisches Trio.“