Wie geht man weiter, wenn es kein Ziel mehr gibt? Ein einsamer Wanderer verlässt die Welt, die ihm einst Heimat und Hoffnung versprach und begibt sich auf einen Weg durch Eis, Dunkelheit und Erinnerung. Die winterliche Landschaft wird dabei zum Spiegel seines Inneren: Verlorene Liebe, unerfüllte Sehnsucht und tiefe Einsamkeit verdichten sich zu Bildern von beklemmender Kraft. Seine Wanderung wird zu einem Sinnbild menschlicher Verlorenheit – einer Suche, die längst kein Ziel mehr kennt.
Franz Schuberts Winterreise zählt zu den eindringlichsten musikalischen Auseinandersetzungen der romantischen Epoche mit Einsamkeit, Verlust und existenzieller Verlorenheit. Die musikalische Grundlage des Ballettabends bildet die außergewöhnliche Neuinterpretation des Werkes durch Hans Zender, der Schuberts Musik mit Brüchen, Verfremdungen und modernen Klängen in die Gegenwart holt. Aus diesem Spannungsfeld zwischen Romantik und Moderne entwickelt Hans Henning Paar eine reduzierte und bildstarke Choreografie. Im Zusammenspiel von Raum, Klang und Bewegung entsteht ein intensiver Tanzabend über einen Menschen, der seinen Platz in der Welt verloren hat.
Roland Fister
(Musikalische Leitung)
(Inszenierung/Choreografie/Bühnenbild)
Isabel Kork
(Kostüme)
(Dramaturgie)