Beatrice di Tenda ist eine der mächtigsten Frauen Mailands. Nach dem Tod ihres ersten Mannes hat sie den deutlich jüngeren Filippo Maria Visconti geheiratet und ihm zu Macht und Einfluss verholfen. Doch die Beziehung ist längst von Misstrauen und Entfremdung geprägt. Als Visconti sich in die junge Agnese del Maino verliebt, sucht er nach einem Weg, sich seiner Gemahlin zu entledigen. Beatrice wird des Ehebruchs beschuldigt und vor Gericht gestellt. Obwohl sie ihre Unschuld beteuert, verdichten sich die Anschuldigungen zu einem Netz aus Verrat, Eifersucht und politischem Kalkül. Plötzlich kämpft Beatrice nicht mehr nur um ihre Ehre, sondern um ihr Leben.
Beatrice di Tenda gehört zu den späten und zu Unrecht vergessenen Meisterwerken Vincenzo Bellinis. Vor dem Hintergrund realer historischer Ereignisse im Italien des 15. Jahrhunderts entfaltet sich ein bewegendes Drama über Machtmissbrauch, Eifersucht und die Verletzlichkeit des Einzelnen gegenüber politischen Interessen. Zugleich spiegelt die Oper den romantischen Historismus ihrer Entstehungszeit, der in historischen Stoffen zeitlose menschliche Konflikte und Schicksale suchte. Mit seinen weitgespannten Melodien und hochvirtuosen Gesangspartien zeichnet Bellini so das erschütternde Schicksal einer Frau nach, die an den Intrigen und Machtspielen ihrer Zeit zugrunde geht.
N.N.
(Musikalische Leitung)
(Inszenierung)
Andreas Becker
(Bühnenbild und Kostüme)
(Dramaturgie)