Janik und Samuel sind wie Brüder – unzertrennlich, obwohl sie sich in vielerlei Hinsicht stark unterscheiden. Janiks Eltern, Akademiker*innen mit festen Tagesabläufen, haben Samuel quasi adoptiert, da seine chaotische Mutter mit Alkoholproblemen kämpft. Während Samuel sich nach einem geregelten Leben sehnt und Stabilität sucht, geht Janik den entgegengesetzten Weg: Er will sich aus dem glatten, schönen Leben seiner Eltern befreien und überschreitet eine Grenze, die den bisher selbstverständlichen Zusammenhalt zwischen ihm und Samuel zerstört. Um einen Neuanfang zu wagen und ihre Freundschaft zu retten, reisen beide nach dem Abitur nach Istanbul, denn Samuel ist sich sicher, dass sein unbekannter Vater Türke Türke ist und in Istanbul lebt. Es beginnt eine flirrende Suche nach Abgrenzung, Zugehörigkeit, Identität.
Finn-Ole Heinrich entwirft in seiner poetischen Sprache eine Geschichte, die nach den großen emotionalen Zusammenhängen im Leben sucht. Warum ist Freundschaft so wichtig für den Menschen? Ist es bedeutsam, ob eine Information über unsere Herkunft belegt ist, oder ob wir einfach nur gerne an sie glauben möchten? Wie performativ und wandelbar ist unsere Identität? Die Coburger Inszenierung lässt das Publikum zu Beginn jeder Vorstellung darüber entscheiden, welcher der beiden Darsteller an dem Tag welche Rolle spielen wird. Beide haben beide Rollen erarbeitet und arbeiten in den Vorstellungen immer wieder daran, sich das Verständnis für die jeweils andere Figur zu erhalten und im besten Fall sogar die Freundschaft der beiden Figuren zu retten.
Hinweis: Im Stück wird eine sexuelle Handlung thematisiert
10:00 Uhr
Schauspiel
Von Finn-Ole Heinrich
Reithalle
Buchungsanfragen von Schulgruppen unter theaterkasse@landestheater.coburg.de
Reithalle
(Inszenierung)
Daniel Tauer
(Bühnenbild und Kostüme)
(Dramaturgie)
Neue Presse
„Denn wer heute Abend welche Figur verkörpert, hat gerade eben erst vor staunendem Publikum das Los entschieden. […] Jonas Hämmerle und Adriano Henseler meistern diese Herausforderung 90 Minuten nonstop mit bewundernswerter Kondition.“
„Souverän wechselt Jonas Hämmerle […] zwischen Erzählerrolle und Spielhandlung, überzeugend verkörpert er den perfektionsgeschädigten und etwas naiven Mittelstandsspross […].“
„Beiden Darstellern gelingen überzeugende Figurenzeichungen […]. Das Premierenpublikum dankt Schauspielern und Regieteam […] mit kräftigem Applaus.“
Coburger Tageblatt
„Dann werden Szenen von Jonas Hämmerle und Adriano Henseler durchaus intensiv ausgeformt, treffend, wenn es um die seelischen Zusammenhänge geht.“
„Unter die Haut gehend ist tatsächlich die Geschichte Samuels, der nie Kind sein durfte.“